Encod.org
Europe


GOLD MEMBERS


RED MEMBERS


GREEN MEMBERS

Cannabis Social Club Wiener Neustadt
TREE OF LIFE - AMSTERDAM CANNABIS SOCIAL CLUB
FREEWEED BOARD
Francis Costelloe
Droleg
High Supplies - Cannabis Seeds Shop
PARADISE SEEDS
Patrick Firnkes
Assonabis
Coffeeshop Pink
Asociación Hempower
Percy Grower
Tricomaria.com
DUTSI Cannabis Social Club
FAC
DOUG FINE
COL.CAN.CAN
Bushdoctor
Marco Bruni
Giacomo Oliva
ASOCIACION LLIURE ANTIPROHIBICIONISTA
Bart Behets
The Stoned Society
Ehkeef
Richard Rainsford
Jorge Roque
CASA MARIA
FEDCAC
AIRAM
ASBL SATIVA
LES AMIS DU CSCF
MOUNTAIN HIGH
SIBARITAS MEDCAN
SENSI SEEDS BV
BJÖRN SICKEL
ESTEBAN SÁNCHEZ
NORML FRANCE
SCALVENZI MATTEO
ACMEFUER
LUKAS HURT
MERES POUR LA MARIJUANA
DINAFEM SEEDS
KID DE WINTER
CANNABIS MAGAZINE

MEMBERSHIP / view all

 
Startseite > Deutsch (de) > 02. Aktuell > 2011 > UN-DROGENSTRATEGIE IN HEFTIGER KRITIK
Veröffentlicht am 27. März 2011  von encod

UN-DROGENSTRATEGIE IN HEFTIGER KRITIK

SEH AUCH WIENT.TV RAPPORT VON PRESSEKONFERENZ (zweite Beitrag)

Quelle: Pressetext.com

Redakteur: Johannes Pernsteiner

25.03.2011



Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch]





WIEN - Heftige Kritik an der gültigen UN-Drogenstrategie üben Vertreter der "European Coalition for Just and Effective Drug Policy" ENCOD. Die Taktik, durch eine einzige Konvention dem Problem von Drogenmissbrauch und -kriminalität beizukommen, sei veraltet, ineffizient und kontraproduktiv. Besser sei eine Strategie, die den einzelnen Ländern mehr Entscheidungsspielraum zugesteht, erklärt die Plattform heute, Freitag, in einer Pressekonferenz anlässlich der 54. Jahrestagung der UN-Suchtmittelkommission (CND)

Drogenindustrie in der Spitzenliga

Probleme und Reformbedarf der bereits seit 50 Jahren gültigen "Single Convention" gab zuletzt auch der frisch gewählte Chef des der CND übergeordneten UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, Yury Fedotov, zu. Die globale Opiumproduktion stieg seit 1998 um 80 Prozent und der internationale Drogenmarkt wird auf 320 Mrd. Dollar pro Jahr geschätzt - womit er den Weltrang 30 aller Industrien einnimmt. Dennoch sei die Konvention der Mechanismus, der noch am ehesten mit dem Problem der globalen Bedrohung durch Drogen und Kriminalität zurechtkomme.

"Wertlos" ist die Konvention und ihr Prohibitions-Ansatz hingegen für die ENCOD. Eine lange Liste schlimmer Folgen gehe nicht auf die Drogen selbst, sondern auf deren Prohibition zurück. Erst durch diese sei der Drogenhandel ein Monopol krimineller Gruppen und zudem Drogen leicht zugänglich sogar für Kinder geworden. "Staaten, die den Gebrauch, die Produktion und teils sogar die Weitergabe legalisiert haben, reduzierten damit messbar den Schaden für die Gesellschaft. Die Single Convention verhindert jedoch die volle Umsetzung derartiger Maßnahmen", so der niederländische Psychiater und ENCOD-Sprecher Frederik Polak.

Traditionen und Medizin im Nachteil

Die Bedingungen der Länder und Kulturen seien zu unterschiedlich, als dass ihnen ein einziges Kontrollsystem gerecht werden könnte. "Man sollte den Ländern eine jeweils eigene Regulierung erlauben", erklärt Polak gegenüber pressetext. Wie wenig die Konvention manchen Kontexten entspricht, verdeutlicht Beatriz Negrety Condori, Sprecherin der Coca-Bauern Boliviens. "Die Industrieländer des Nordens sollten die Völker im Süden mehr berücksichtigen. Obwohl der verantwortungsvolle Gebrauch des Coca-Blattes in Bolivien alte Tradition ist, stigmatisiert die Konvention die Cocabauern und macht sie zu Kriminellen."

Die Prohibition erschwert schließlich auch die Verwendung von Drogen in der Medizin. So fehlt etwa in Österreich bisher noch die gesetzliche Grundlage für die Verwendung der natürlichen Hanfpflanze, erklärt der Wiener Arzt Kurt Blaas, Obmann der AG "Cannabis als Medizin". Cannabis boome in der Medizin, wobei der Trend in Richtung Behandlung von Patienten mit mehreren Leiden gleichzeitig weise, bei denen die Schulmedizin versagt. Auch wenn das synthetische Cannabis-Monopräparat Dronabinol mittlerweile zugelassen ist, hätten viele Ärztekollegen noch immer Angst vor dessen Einsatz, was Blaas als "nicht begründbar" sieht.

Änderungen dauern Jahrzehnte

Dass sich die CND-Position zur "Single Convention" bis zum heutigen Sitzungsende ändert, halten die Experten aufgrund der Ablehnung vieler Staaten für unwahrscheinlich. Fortschritte könnten es laut Polak allein in der bisher fehlenden Regelung der Verhandlungs-Mitsprache der Zivilgesellschaft geben. Michael Krawitz, Direktor der US-amerikanischen "Veterans For Medical Cannabis Access", setzt auf den Faktor Zeit. "Die Mühlen der UN-Drogenpolitik mahlen langsam. Nach einer Ära des Kampfes gegen Drogenkonsum folgte jener gegen das Drogenangebot und heute die Schadensminimierung. Änderungen dauern Jahrzehnte und erfordern kleine, doch ständige Schritte."





Share |



auf diesen Artikel antworten

1 Nachricht
  • UN-DROGENSTRATEGIE IN HEFTIGER KRITIK 6. April 2011 15:16
    Es ist schon faszinierend, wie hartnäckig vermeintlich freiheitliche Rechtstaaten, die nie eine Gelegenheit auslassen sich über die Menschenrechtslage anderer Ländern zu echauffieren, sich an eine verfehlte Ideologie des letzen Jahrhunderts festklammern und dadurch selber fundamentale Freiheitsrechte mit Füssen treten. Dieser globale Prohibitionstotalitarismus muss abgeschafft und durch ein Abgabe- und Verkaufsregulierungssystem ersetzt werden.

    auf diese Nachricht antworten


The European Coalition for Just and Effective Drug Policies, is a pan-European network of currently 140 NGO’s and individual experts involved in the drug issue on a daily base. We are the European section of an International Coalition, which consists of more than 200 NGOs from around the world that have adhered to a Manifesto for Just and Effective Drug Policies (established in 1998). Among our members are organisations of cannabis and other drug users, of health workers, researchers, grassroot activists as well as companies.


Secretariat: Haantjeslei 213 | 2018 Antwerpen | Belgium | Tel: +32 (0)495 122 644 | E-mail: office@encod.org
© Encod.org 2014 :: Design by: Navetrece.com